February 17

L GAV Arbeitszeit und Pausen clever planen und korrekt abrechnen

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Willkommen zu deinem ultimativen Praxis-Guide für Arbeitszeiten und Pausen nach L-GAV. Wenn du in der Gastronomie, im Event-Bereich oder im Sicherheitsdienst die Einsatzplanung organisierst, kennst du das Gefühl: Du verlierst dich schnell im Dschungel der Vorschriften. Das Problem? Falsch geplante Schichten oder nicht sauber erfasste Pausen sind nicht nur ärgerlich, sondern führen schnell zu rechtlichen Problemen und, was noch schlimmer ist, zu frustrierten Mitarbeitenden.

Warum die korrekte Planung von Arbeitszeit und Pausen nach L-GAV matchentscheidend ist

Manager plant wöchentlichen Zeitplan für Restaurantpersonal, inklusive Koch und Kellner, mit Uhr und Kalender.

Genau deshalb zerlegen wir das Thema L-GAV Arbeitszeit und Pausen hier in einfache, sofort verständliche Happen. Du lernst, was die gesetzlichen Grundlagen sind, wie du Höchstarbeitszeiten fehlerfrei berechnest und welche Pausenregelungen du unter allen Umständen einhalten musst.

Mit echten Praxisbeispielen zeigen wir dir, wie du die typischen Stolpersteine vermeidest und deine Einsatzplanung nicht nur gesetzeskonform, sondern auch wirklich gut gestaltest. So handelst du sicher und souverän – und hast endlich wieder mehr Zeit für das, was wirklich zählt: dein Kerngeschäft.

Mehr als nur ein Kalendereintrag

Eine saubere Planung ist so viel mehr als nur das Füllen eines Dienstplans. Sie ist das Fundament für einen reibungslosen Betriebsablauf und ein motiviertes Team. Nur mit einer durchdachten Schichtplanung stellst du sicher, dass du immer das richtige Personal zur richtigen Zeit am richtigen Ort hast. Und ganz nebenbei schützt sie dich vor empfindlichen rechtlichen Konsequenzen, die aus missachteten Arbeits- und Ruhezeiten resultieren können.

Gerade in so abwechslungsreichen Branchen wie der Gastronomie oder bei Events ist eine flexible und gleichzeitig gesetzeskonforme Personalplanung ein echter Wettbewerbsvorteil. Ein allgemeiner Trend in der Schweiz macht das noch deutlicher: Die tatsächliche wöchentliche Arbeitszeit für Vollzeitbeschäftigte ist von 2019 bis 2024 um 50 Minuten auf 40 Stunden und 4 Minuten gesunken. Diese Entwicklung macht eine exakte Erfassung und eine flexible Planung für Branchen wie Event-Dienstleister oder Hospitality umso wichtiger. Mehr Details zur Arbeitszeitentwicklung in der Schweiz findest du in diesem Artikel von papershift.com.

Ein clever durchdachter Einsatzplan ist kein administratives Übel, sondern ein strategisches Werkzeug. Er sichert nicht nur die Einhaltung des L-GAV, sondern steigert auch die Motivation im Team und die Qualität deiner Dienstleistung.

Was dich in diesem Ratgeber erwartet

Wir nehmen dich an die Hand und führen dich Schritt für Schritt durch die wichtigsten Aspekte der Arbeitszeit- und Pausenregelung nach L-GAV. Du erhältst klare Anleitungen und praxiserprobte Tipps, um deine Planung auf das nächste Level zu heben.

  • Grundlagen verstehen: Klare Erklärungen zu Arbeitszeit, Überstunden und Ruhezeiten – ohne Juristendeutsch.
  • Pausen richtig managen: Wie du Pausenregelungen fehlerfrei in der Praxis umsetzt.
  • Branchenspezifische Sonderregeln: Was für die Gastronomie und Events besonders wichtig ist.
  • Häufige Fehler vermeiden: Lerne aus den Fehlern anderer, um deine eigenen Pläne zu perfektionieren.

Die Grundpfeiler: Arbeitszeit, Überstunden und Ruhezeiten verstehen

Um die Regeln zu L-GAV Arbeitszeit und Pausen sicher anzuwenden, musst du die zentralen Begriffe genau kennen. Sie sind das Fundament für jeden rechtssicheren Schichtplan und schützen dich vor unangenehmen Überraschungen bei einer Kontrolle. Lass uns diese Bausteine Stück für Stück auseinandernehmen.

The Arbeitszeit ist die Zeit, in der sich deine Mitarbeitenden zur Verfügung halten müssen. Das klingt einfach, doch der Teufel steckt im Detail. Dazu zählt nicht nur die reine Tätigkeit, sondern auch die Zeit für Vor- und Nachbereitung, wie das Hochfahren von Systemen oder das Aufräumen des Arbeitsplatzes.

Im Arbeitsvertrag wird die wöchentliche Soll-Arbeitszeit festgelegt, meistens zwischen 42 und 45 Stunden. Das ist aber nicht die Obergrenze. Das Gesetz definiert zusätzlich eine wöchentliche Höchstarbeitszeit, die je nach Branche in der Regel bei 45 oder 50 Stunden liegt. Diese darf nur in Ausnahmefällen überschritten werden.

Von Mehrarbeit zu zuschlagspflichtigen Überstunden

Was passiert, wenn Mitarbeitende mehr arbeiten als im Vertrag vereinbart? Zuerst sprechen wir von Mehrarbeit. Überschreitet diese Mehrarbeit die gesetzliche Höchstarbeitszeit, werden daraus Überstunden, und die werden rechtlich ganz anders behandelt.

Wichtig zu wissen: Überstunden müssen in der Regel mit einem Lohnzuschlag von 25 % vergütet oder – im Einverständnis mit dem Mitarbeitenden – durch Freizeit von gleicher Dauer kompensiert werden. Eine klare Regelung im Arbeitsvertrag schafft hier für beide Seiten Transparenz.

Stell dir vor, du planst einen Barkeeper für eine 42-Stunden-Woche ein. Wegen eines grossen Andrangs arbeitet er aber 47 Stunden.

  • 3 Stunden Mehrarbeit: Die Stunden von 42 bis zur gesetzlichen Höchstgrenze von 45 sind normale Mehrarbeit.
  • 2 Stunden Überstunden: Die Stunden von 45 bis 47 überschreiten die Höchstarbeitszeit und sind damit zuschlagspflichtig.

Diese Unterscheidung ist für eine korrekte Lohnabrechnung absolut zentral. Bei Unsicherheiten zu Zuschlägen, speziell bei Nachteinsätzen, findest du in unserem Artikel über den Nachtzuschlag in der Schweiz weitere wertvolle Informationen.

Die unverzichtbare Rolle der Ruhezeit

Nach getaner Arbeit kommt die Erholung – und die ist gesetzlich genau geregelt. Die tägliche Ruhezeit ist die ununterbrochene Freizeit zwischen zwei Arbeitseinsätzen. Sie beträgt grundsätzlich mindestens 11 Stunden.

Diese Regel hat direkte Auswirkungen auf deine Einsatzplanung.

Praxisbeispiel Event-Catering:
Dein Service-Mitarbeiter beendet seinen Einsatz bei einer Gala um 02:00 Uhr nachts. Wegen der 11-stündigen Ruhezeit darf sein nächster Einsatz frühestens um 13:00 Uhr am Folgetag beginnen. Planst du ihn schon für das Mittagsgeschäft um 11:00 Uhr ein, verstösst du gegen das Gesetz.

Neben der täglichen gibt es auch die wöchentliche Ruhezeit. Mitarbeitende haben Anspruch auf einen ganzen Ruhetag pro Woche, der in der Regel auf den Sonntag fällt. Natürlich gibt es branchenspezifische Ausnahmen, aber der Grundsatz des regelmässigen Ausgleichs bleibt immer bestehen.

Die Einhaltung dieser Ruhephasen ist kein bürokratischer Akt, sondern eine entscheidende Massnahme zum Schutz der Gesundheit und Leistungsfähigkeit deines Teams. Ein ausgeruhtes Team ist motivierter, macht weniger Fehler und bleibt deinem Unternehmen länger treu.

Pausen im L-GAV: So setzt du die Regeln fehlerfrei um

Ein Mann sitzt an einem Tisch mit einer Tasse. Eine Uhr hängt an der Wand, neben einem Fenster.

Pausen sind weit mehr als eine nette Geste des Arbeitgebers. Sie sind eine gesetzliche Pflicht, die sowohl im Arbeitsgesetz (ArG) als auch im L-GAV fest verankert ist. Eine korrekte Umsetzung ist entscheidend, um dein Team leistungsfähig zu halten und rechtliche Fallstricke zu meiden. Die meisten Fehler passieren hier nicht aus böser Absicht, sondern schlicht aus Unwissenheit.

Die Grundregeln zur Pausendauer sind klar gestaffelt und richten sich nach der täglichen Arbeitszeit. Wenn du diese Werte kennst, hast du schon viel gewonnen.

  • Bei mehr als 5.5 Stunden Arbeit: Mindestens 30 Minuten Pause.
  • Bei mehr als 7 Stunden Arbeit: Ebenfalls mindestens 30 Minuten Pause.
  • Bei mehr als 9 Stunden Arbeit: Mindestens 60 Minuten Pause.

Klar, du kannst längere Pausen auch aufteilen. Aber Vorsicht: Kurzpausen von weniger als 15 Minuten gelten vor dem Gesetz nicht als echte Erholung, sondern eher als kurze Arbeitsunterbrechung.

Bezahlte vs. unbezahlte Pause: der entscheidende Unterschied

Ein Knackpunkt, der immer wieder zu Missverständnissen führt, ist die Bezahlung. Die Faustregel ist eigentlich ganz einfach: Wenn deine Mitarbeitenden den Arbeitsplatz während der Pause nicht verlassen dürfen, gilt diese Zeit als Arbeitszeit und muss bezahlt werden.

Ein klassisches Beispiel aus dem Hotel:
Stell dir die Rezeptionistin vor, die alleine im Dienst ist. Sie kann für ihre Mittagspause den Empfang nicht einfach verlassen, weil sie für ankommende Gäste da sein muss. Isst sie also am Arbeitsplatz, ist diese "Pause" bezahlte Arbeitszeit – denn sie kann ihre Arbeit nie wirklich unterbrechen.

Wird sie hingegen von einem Kollegen abgelöst und kann das Hotel für eine Stunde verlassen, ist die Pause unbezahlt. Dieser kleine, aber feine Unterschied ist für die Zeiterfassung und die Lohnabrechnung absolut entscheidend.

Pausen sind kein optionales Extra, sondern ein gesetzlich verankertes Recht auf Erholung. Wenn du sie korrekt gewährst und erfasst, schützt du nicht nur deine Mitarbeitenden, sondern auch das eigene Unternehmen vor teuren rechtlichen Konsequenzen.

Dokumentation ist alles

Ein weitverbreiteter Fehler ist die lückenhafte Dokumentation von Pausen. Es reicht nicht, die Pausen nur zu gewähren – du musst sie im Streitfall auch lückenlos nachweisen können. Ein modernes Zeiterfassungssystem, bei dem sich Mitarbeitende für Pausen aus- und wieder einstempeln, schafft hier die nötige Transparenz und Rechtssicherheit.

Schweizer Arbeitnehmende stehen mit 42 Stunden und 29 Minuten pro Woche an der Spitze im EU-Vergleich, gleichzeitig nehmen die Absenzen zu. Eine strikte Einhaltung der Pausenregelungen ist daher kein Luxus, sondern unerlässlich, um die Nettoproduktivität fair abzubilden und Bussen zu vermeiden. Mehr dazu kannst du im Artikel über die Arbeitszeit im EU-Vergleich auf baseljetzt.ch nachlesen.

Pausen von Anfang an in den Schichtplan integrieren

Der beste Weg, um die Einhaltung sicherzustellen? Proaktive Planung. Statt Pausen dem Zufall zu überlassen, solltest du sie fest im Schichtplan verankern. So wird die Erholung zum festen Bestandteil des Arbeitstages.

Beispiel für eine Schichtplanung im Restaurant:

  • Servicekraft A: Schicht von 11:00 bis 20:00 Uhr (9 Stunden Arbeitszeit)
  • Geplante Pause: 14:30 bis 15:30 Uhr (60 Minuten)

Indem du die Pause direkt im Plan visualisierst, schaffst du für alle Klarheit. Die Mitarbeitenden wissen genau, wann ihre wohlverdiente Auszeit ist, und du kannst sicher sein, dass die gesetzlichen Vorgaben erfüllt sind. Eine digitale Einsatzplanung nimmt dir diese Arbeit ab und kann dich sogar automatisch an fällige Pausen erinnern.

Sonderregelungen für Gastronomie und Events kennen

Die allgemeinen L-GAV-Regeln für Arbeitszeit und Pausen sind das Fundament. Aber mal ehrlich: Die Realität in der Gastronomie, im Event-Business oder in der Sicherheitsbranche passt selten in ein starres 8-bis-5-Korsett. Genau deshalb gibt es branchenspezifische Sonderregelungen, die dir einerseits mehr Flexibilität geben, aber andererseits auch klare Pflichten auferlegen.

Diese Ausnahmen sind kein Freibrief, um die Regeln zu umgehen. Sie sind vielmehr eine Anerkennung der besonderen Natur dieser Branchen. Einsätze, die bis tief in die Nacht gehen oder sich über das ganze Wochenende erstrecken, sind hier nicht die Ausnahme, sondern der Alltag. Wenn du diese Sonderfälle kennst, planst du nicht nur gesetzeskonform, sondern kannst die speziellen Gegebenheiten deines Betriebs optimal steuern.

Nacht- und Sonntagsarbeit in der Praxis

Gerade im Gastgewerbe und bei Events brummt das Geschäft dann, wenn andere ihre Freizeit geniessen. Nachtarbeit (meist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr) und Sonntagsarbeit gehören einfach dazu. Hier greifen aber besondere Schutzbestimmungen und Zuschläge, die du auf dem Radar haben musst.

  • Lohnzuschläge: Für dauerhafte oder regelmässig wiederkehrende Nachtarbeit schreibt der L-GAV einen Zeitzuschlag von 10 % vor. Handelt es sich nur um vorübergehende Nachtarbeit, beträgt der Lohnzuschlag sogar 25 %.
  • Ruhezeiten: Die tägliche Ruhezeit von 11 Stunden muss auch hier strikt eingehalten werden. Endet ein Einsatz um 03:00 Uhr nachts, darf der nächste Arbeitstag frühestens um 14:00 Uhr beginnen.
  • Medizinische Untersuchung: Jeder, der regelmässig nachts arbeitet, hat Anspruch auf eine ärztliche Untersuchung. Damit wird sichergestellt, dass die Person für diese Art von Belastung auch wirklich geeignet ist.

Beispiel aus einer Event-Agentur:
Dein Team ist bis 02:00 Uhr nachts mit dem Abbau einer Bühne beschäftigt. Für diese Stunden müssen die Mitarbeitenden den entsprechenden Lohnzuschlag erhalten. Viel wichtiger aber für die Planung: Du musst sicherstellen, dass jeder seine ununterbrochene Ruhezeit von 11 Stunden bekommt. Das hat direkten Einfluss darauf, wann du diese Leute am nächsten Tag wieder einsetzen kannst.

Die Flexibilität, die das Event- und Gastgewerbe fordert, hat ihren Preis. Nacht- und Sonntagszuschläge sind keine nette Geste, sondern eine gesetzliche Verpflichtung, die deine Lohnkosten direkt beeinflusst.

Bereitschaftsdienst vs. Pikettdienst im Sicherheitsbereich

Im Sicherheitsdienst gibt es oft Phasen, in denen Mitarbeitende nicht aktiv im Einsatz sind, aber sofort zur Stelle sein müssen. Für die korrekte Abrechnung ist es hier absolut entscheidend, zwischen Bereitschafts- und Pikettdienst zu unterscheiden.

Bereitschaftsdienst heisst: Der Mitarbeiter muss sich an einem vom Arbeitgeber bestimmten Ort aufhalten, oft direkt im Betrieb. Diese Zeit gilt vollumfänglich als Arbeitszeit, auch wenn gerade nichts passiert.

Pikettdienst hingegen bedeutet, der Mitarbeiter kann seinen Aufenthaltsort relativ frei wählen, muss aber innerhalb einer vereinbarten Frist einsatzbereit sein. Hier zählt nur die tatsächlich geleistete Einsatzzeit als Arbeitszeit.

Beispiel 24-Stunden-Objektüberwachung:
Ein Sicherheitsmitarbeiter verbringt die Nacht in einem Kontrollraum direkt auf dem Firmengelände. Er wirft nur ab und zu einen Blick auf die Monitore, ansonsten kann er sich ausruhen. Da er den Arbeitsort nicht verlassen darf, ist das klar ein Bereitschaftsdienst – die gesamte Zeit muss als Arbeitszeit erfasst und bezahlt werden.

Wäre derselbe Mitarbeiter zu Hause und müsste nur bei einem Alarm innerhalb von 30 Minuten vor Ort sein, wäre das Pikettdienst. In diesem Fall würden nur seine Anfahrt und die Dauer des Alarmeinsatzes als Arbeitszeit zählen.

Wenn du tiefer in die spezifischen Regeln für das Gastgewerbe eintauchen willst, findest du in unserem Detailartikel zum L-GAV in der Gastronomie alles, was du wissen musst.

Diese Feinheiten der einzelnen Branchen zu kennen, ist für eine saubere Einsatzplanung und eine faire Lohnabrechnung unverzichtbar. Es gibt dir die Sicherheit, flexibel auf die Anforderungen deines Geschäfts zu reagieren, ohne dabei mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten.

Häufige Planungsfehler und wie du sie vermeidest

Die Theorie zu L‑GAV Arbeitszeit und Pausen zu kennen, ist eine Sache. Sie im hektischen Planungsalltag fehlerfrei umzusetzen, eine ganz andere. Meist sind es kleine, unscheinbare Patzer in der Einsatzplanung, die später zu grossen Problemen führen – von frustrierten Mitarbeitenden bis hin zu empfindlichen rechtlichen Konsequenzen.

Aber keine Sorge: Die häufigsten Stolpersteine lassen sich gut umgehen, wenn du sie erst einmal kennst. Der Schlüssel liegt darin, vorausschauend zu agieren, anstatt nur zu reagieren, wenn es schon brennt.

Ein echter Klassiker ist das Unterschätzen der Anfahrtswege bei externen Einsätzen. Wenn dein Team für ein Catering-Event eine Stunde länger zum Veranstaltungsort braucht als zum Firmensitz, dann gilt diese zusätzliche Reisezeit als Arbeitszeit. Vergisst du, das einzuplanen, stimmen am Ende weder die erfassten Stunden noch die Einhaltung der Höchstarbeitszeit.

Der Trugschluss mit der Wochenarbeitszeit

Ein weiterer typischer Fehler ist die falsche Berechnung des wöchentlichen Arbeitszeitdurchschnitts. Das Gesetz erlaubt eine gewisse Flexibilität: Die wöchentliche Höchstarbeitszeit darf in einzelnen Wochen überschritten werden, solange sie über einen bestimmten Zeitraum – oft sind es zwei Monate – im Durchschnitt wieder ausgeglichen wird.

Genau hier lauert die Falle. Viele Planer verlieren den Überblick über diesen Ausgleichszeitraum und lassen zu, dass Mitarbeitende wochenlang konstant über der Höchstgrenze arbeiten, ohne für einen zeitnahen Ausgleich zu sorgen. Das Resultat sind riesige Überstundenberge und ein klarer Verstoss gegen die L‑GAV‑Vorgaben.

Ein guter Plan schaut nicht nur auf die aktuelle Woche. Er blickt immer auch ein paar Wochen voraus. Nur so stellst du sicher, dass Arbeitsspitzen durch ruhigere Phasen ausgeglichen werden und die Durchschnittswerte im grünen Bereich bleiben.

Besonders in bestimmten Branchen sind die Regeln komplex und erfordern ein wachsames Auge. Das folgende Diagramm zeigt dir, wo du besonders aufpassen musst.

Die Grafik macht klar: In der Gastronomie, bei Events oder im Security-Bereich gelten oft spezielle Anforderungen, die eine 08/15-Planung unmöglich machen.

Checkliste für deinen L-GAV-konformen Einsatzplan

Bevor du einen neuen Plan veröffentlichst, geh diese Punkte schnell durch. Diese Checkliste ist dein Sicherheitsnetz, um die häufigsten Fehler von vornherein auszuschliessen.

  • Tägliche Ruhezeit geprüft? Liegen zwischen Schichtende und dem nächsten Schichtbeginn mindestens 11 Stunden ununterbrochene Freizeit?
  • Pausen korrekt eingeplant? Ist bei mehr als 5,5 Stunden Arbeit eine Pause von 30 Minuten und bei mehr als 9 Stunden eine von 60 Minuten fest im Plan verankert?
  • Wöchentliche Höchstarbeitszeit im Blick? Überschreitet jemand die gesetzliche Höchstgrenze? Falls ja, ist der Ausgleich in den kommenden Wochen bereits eingeplant?
  • Besondere Zuschläge berücksichtigt? Fallen Nacht- oder Sonntagsarbeit an? Sind die entsprechenden Lohn- oder Zeitzuschläge sauber vermerkt?
  • Anfahrtswege als Arbeitszeit erfasst? Wurde die zusätzliche Reisezeit zu externen Einsatzorten als Arbeitszeit eingeplant?
  • Mitarbeiterwünsche beachtet? Hast du die Verfügbarkeiten und Wünsche deines Teams so gut wie möglich berücksichtigt, um die Motivation hochzuhalten?

Wenn du hinter all diesen Punkten einen Haken setzen kannst, bist du auf der sicheren Seite. Ein solcher systematischer Check vor jeder Veröffentlichung minimiert Risiken und sorgt für faire und gesetzeskonforme Arbeitsbedingungen.

Eine softwaregestützte Planung kann diesen Prozess enorm vereinfachen, da viele dieser Prüfungen vollautomatisch im Hintergrund laufen. Der direkte Vergleich macht die Vorteile deutlich.

Manuelle Planung vs. Software

Die Entscheidung zwischen einer manuellen Planung mit Excel und dem Einsatz einer spezialisierten Software hat weitreichende Folgen für Effizienz und Rechtssicherheit. Diese Tabelle zeigt die wichtigsten Unterschiede auf.

Vergleich Manuelle Planung vs. Software-gestützte Planung

Aspekt der Planung Manuelle Planung (z.B. mit Excel) Software-gestützte Planung (z.B. mit job.rocks)
Regelkonformität Fehleranfällig, da alle L-GAV-Regeln manuell geprüft werden müssen. Ein kleiner Fehler kann leicht übersehen werden. Automatische Warnungen bei Verstössen gegen Ruhezeiten, Pausen und Höchstarbeitszeiten. Das System ist dein digitaler Kontrolleur.
Zeitaufwand Sehr hoch. Jede Änderung, jeder Ausfall und jede Prüfung muss von Hand erfolgen, was Stunden kosten kann. Minimal. Verfügbarkeiten, Wünsche und Regeln werden automatisch abgeglichen. Ein Plan ist in Minuten erstellt, nicht in Stunden.
Transparency Gering. Pläne sind oft statisch und Änderungen schwer nachvollziehbar. Die Kommunikation läuft über viele Kanäle. Hoch. Mitarbeitende sehen ihre Pläne via App und erhalten Änderungen in Echtzeit. Alles ist an einem zentralen Ort.
Dokumentation Mühsam und oft lückenhaft. Bei einer Kontrolle kann das schnell zum grossen Problem werden. Lückenlose und automatische Dokumentation aller Arbeits- und Pausenzeiten. Per Knopfdruck bereit für jede Prüfung.

Der Umstieg von Excel-Listen auf ein smartes Tool ist mehr als nur eine technische Aufrüstung – es ist eine strategische Entscheidung für mehr Sicherheit und weniger Kopfschmerzen.

Indem du diese typischen Fehlerquellen kennst und eine systematische Herangehensweise wählst, verwandelst du die komplexe Aufgabe der Einsatzplanung in einen beherrschbaren und rechtssicheren Prozess.

Wie digitale Tools die Einhaltung des L-GAV vereinfachen

Smartphone-App zur Schichtplanung mit Kalender, Haken und Mitarbeitersymbolen, ein Finger tippt auf einen Tag.

Wenn du alle Regeln rund um L-GAV Arbeitszeit und Pausen von Hand überwachen willst, weisst du, wie schnell das zu einer Mammutaufgabe wird. Ein kleiner Flüchtigkeitsfehler in der Excel-Tabelle oder eine vergessene Notiz – und schon ist ein Verstoss passiert. Genau hier kommen moderne Softwarelösungen ins Spiel, die dir diese Last abnehmen. Sie agieren wie ein digitaler Assistent, der im Hintergrund wacht und sicherstellt, dass alles seine Richtigkeit hat.

Tools wie job.rocks sind dabei weit mehr als nur ein schicker Kalender. Du musst sie dir eher als intelligentes System vorstellen, das die komplexen Regeln des L-GAV verinnerlicht hat. Bei jeder Planungsentscheidung wendet es dieses Wissen automatisch an. So gewinnst du nicht nur Zeit, sondern vor allem die Sicherheit, dich voll und ganz auf dein Kerngeschäft konzentrieren zu können.

Automatische Regelprüfung bei der Einsatzplanung

Stell dir vor, du sitzt am neuen Schichtplan. Statt mühsam im Kopf zu überschlagen, ob jeder Mitarbeitende seine 11-stündige Ruhezeit einhält, übernimmt die Software diesen Job für dich.

Wenn du versuchst, einen Kellner für die Frühschicht einzuteilen, dessen Einsatz am Vorabend erst um Mitternacht endete, blockiert das System diese Zuweisung sofort. Du bekommst eine klare Warnung, dass du damit die gesetzliche Ruhezeit verletzen würdest. Diese proaktive Kontrolle ist unbezahlbar, denn sie verhindert Fehler, bevor sie überhaupt entstehen können.

Lückenlose Dokumentation durch mobile Zeiterfassung

Eine der grössten Hürden im Alltag ist die lückenlose und korrekte Dokumentation der Arbeitszeiten. Mit einer mobilen App zur Zeiterfassung wird dieser Prozess aber kinderleicht und vor allem transparent. Deine Mitarbeitenden stempeln den Beginn und das Ende ihrer Schicht sowie ihre Pausen ganz einfach über ihr Smartphone.

Jede einzelne Arbeitsminute und jede Pause wird so in Echtzeit und mit exaktem Zeitstempel erfasst. Diskussionen über vergessene Einträge oder unklare Pausenzeiten gehören damit endgültig der Vergangenheit an.

Diese digitalen Zeitnachweise sind bei einer Kontrolle durch das Arbeitsinspektorat Gold wert. Du erstellst auf Knopfdruck lückenlose und gesetzeskonforme Berichte, die alle Anforderungen erfüllen. Wie entscheidend die korrekte Erfassung auch für die Lohnabrechnung ist, haben wir in unserem Leitfaden zur Arbeitszeiterfassung nach L-GAV im Detail erklärt.

Weniger Administration, mehr Flexibilität

Ein modernes Planungstool kann aber noch viel mehr als nur Vorschriften überwachen. Es hilft dir ganz konkret dabei, deine Administration spürbar zu reduzieren und flexibler auf das Unvorhergesehene zu reagieren.

  • Automatisierte Verfügbarkeitsabfragen: Statt unzähliger Anrufe und Nachrichten fragt das System die Verfügbarkeiten deines Teams automatisch ab. Du siehst auf einen Blick, wer für eine offene Schicht überhaupt infrage kommt.
  • Eigenständiger Schichttausch: Fällt ein Mitarbeiter kurzfristig aus? Kein Problem. Er kann seine Schicht direkt in der App zum Tausch anbieten. Ein qualifizierter Kollege springt ein und du musst den Tausch nur noch kurz bestätigen.
  • Schnellere Stellenbesetzung: Dank hinterlegter Qualifikationen und cleveren Filterfunktionen kannst du offene Schichten gezielt an passende Mitarbeitende senden. So dauert die Besetzung einer Schicht oft nur noch wenige Minuten statt Stunden.

Solche Funktionen sparen dir nicht nur extrem viel Zeit, sondern steigern auch die Zufriedenheit im Team. Deine Mitarbeitenden erhalten mehr Kontrolle über ihre Arbeitszeiten, und du kannst dich darauf verlassen, dass alle Rahmenbedingungen für L‑GAV Arbeitszeit und Pausen jederzeit eingehalten werden.

Häufig gestellte Fragen zu L-GAV Arbeitszeit und Pausen

Zum Abschluss klären wir noch ein paar Fragen, die uns in der Praxis immer wieder unterkommen. Diese Punkte helfen dir, die Regeln rund um L-GAV Arbeitszeit und Pausen im Alltag noch sicherer anzuwenden und typische Fallstricke zu vermeiden.

Was passiert, wenn ein Mitarbeiter seine Pause nicht nimmt?

Wenn ein Mitarbeiter seine gesetzlich vorgeschriebene Pause nicht beziehen kann, weil es der Betrieb in dem Moment einfach nicht zulässt, wird diese Zeit zur Arbeitszeit. Ganz einfach. Sie muss also erfasst und natürlich auch vergütet werden.

Aber Vorsicht: Als Arbeitgeber stehst du in der Pflicht, die Einhaltung der Pausen sicherzustellen. Wenn das systematisch nicht klappt, können Bussen drohen. Dokumentiere solche Ausnahmen also ganz genau und schau dir deine Abläufe an. Das Ziel muss immer sein, dass der Pausenbezug die Regel ist, nicht die Ausnahme.

Gilt die Wegzeit zum Einsatzort als Arbeitszeit?

Hier musst du ganz klar unterscheiden. Der normale Weg von der Haustür zum vertraglich festgelegten Arbeitsplatz? Der gilt nicht als Arbeitszeit.

Schickst du deine Leute jedoch zu einem externen Einsatzort – zum Beispiel direkt zu einem Kunden oder auf eine Baustelle –, sieht die Sache komplett anders aus. Die Reisezeit, die über den normalen Arbeitsweg hinausgeht, zählt als Arbeitszeit und muss auch so erfasst werden. Eine glasklare Regelung im Arbeitsvertrag schafft hier von Anfang an die nötige Transparenz und beugt Missverständnissen vor.

Wie muss ich Arbeitszeiten und Pausen dokumentieren?

Laut Arbeitsgesetz bist du verpflichtet, die geleistete Arbeitszeit deiner Mitarbeitenden lückenlos aufzuzeichnen. Das heisst konkret: Beginn und Ende der täglichen Arbeit, die Dauer aller Pausen und natürlich auch allfällige Überstunden.

Die Form ist dir überlassen – ob klassisch von Hand, mit einer Excel-Tabelle oder, was sich meistens bewährt, über ein digitales Zeiterfassungssystem. Das Wichtigste ist, dass die Dokumentation für Behörden jederzeit einsehbar und nachvollziehbar ist. Für eine wirklich gute Zeiterfassung und Pausenplanung nach L-GAV können moderne digitale Lösungen, wie sie zum Beispiel im Bereich der mobile Entwicklung von Apps entstehen, Gold wert sein. Sie reduzieren den Aufwand auf ein Minimum und liefern saubere, korrekte Daten.


Möchtest du die Planung von Arbeitszeit und Pausen nicht länger dem Zufall überlassen? job.rocks automatisiert die Einhaltung der L-GAV-Regeln, vereinfacht deine Zeiterfassung und gibt dir die Sicherheit, immer gesetzeskonform zu planen. Entdecke jetzt, wie du deinen administrativen Aufwand auf ein Minimum reduzierst und mehr Zeit für dein Kerngeschäft gewinnst. Erfahre mehr auf job.rocks


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